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24 Stunden Dauerbelastung für Mensch und Material – Bericht vom 24h Rennen in München am 20/21.06.09
Die super Stimmung, die großartig Kulisse des Olympiaparks und ein 5. Platz, haben das 24h Rennen für uns wieder zu einem einmaligen Erlebnis gemacht
.
Auch in diesem Jahr hat das Bikebaron Racing Team wieder am 24h Rennen in München teilgenommen. Nach dem überraschend guten Ergebnis des Vierer-Teams im letzen Jahr (10. Platz), sind wir am vergangenen Wochenende im Olympiapark mit zwei Vierer-Teams an den Start gegangen. Alexander, Arthur, Manuel und Marcus (Stiebi) haben in einer Zeit von 23:54:50h 66 Runden zurückgelegt und damit den sensationellen 5. Platz eingefahren. Unser zweites Team: Hans, Lukas, Peter und Stefan legte in einer Zeit von 23:57:55h 58 Runden zurück und liegt damit auf Platz 61.
Wie im letzten Jahr haben wir auch diesmal das Team von Michael Kalivoda unterstützt. Der 24h- Weltmeister 2007 zeigte eine hervorragende Leistung. Er führte 18 Stunden die Kategorie der Einzelfahrer an und konnte sogar einen Vorsprung von drei Runden auf den bis dahin Zweitplatzierten aufbauen. Leider musste er aufgrund einer Verletzung, die er sich bei einem Sturz in der ersten Runde zugezogen hatte, das Rennen vorzeitig abbrechen. Mehr dazu im Rennbericht von Michael (siehe unten).
Für alle Beteiligten war das 24h Rennen wieder eine extreme physische und psychische Belastung. Maximal eine Stunde konnten wir die Augen zu machen, manche von uns haben gar nicht geschlafen. Trotzdem sind wir alle heil und ohne Ausfälle ins Ziel gekommen. Einen großen Teil dazu beigetragen, das Rennen erfolgreich zu absolvieren, haben unsere Helfer vor Ort und in der Vorbereitung. Wir danken allen unseren Helfern!
Großes Glück hatten alle Beteiligten auch mit dem Wetter. Trotz schlechter Prognosen für den Sonntag, gab es lediglich zu Beginn des Rennens am Samstag Regen. Am Sonntag hat sich dann auch die Sonne gezeigt und für angenehme Temperaturen gesorgt. Die Vereinbarung zwischen den Veranstaltern (Michaela und Roland Betzmann) und Petrus scheint also gut zu funktionieren :).
Bilder zum Rennen gibt es in der Photogallery.
Die Ergebnisse zum Rennen sind auf der Seite von SOG Events zu finden www.sog-events.de.
Rennbericht von Michael Kalivoda:
Kalivoda bricht nach Sturz das Rennen ab
Aufgrund der starken Regenschauer vor dem Start, wurde die Strecke geändert und die zwei längsten Anstiege der 11km-
Runde wegen der rutschigen Kopfsteinpflasterpassagen aus der Streckenführung genommen. Vom Start weg attackierte
der Mitfavorit Thomas Widhalm und Michael Kalivoda führte eine sechsköpfige Verfolgergruppe an.
Da es während der Einführungsrunde wieder zu regnen angefangen hatte, war äußerste Vorsicht auf den verbliebenen Kopf-
steinplasterpassagen und Kurven geboten. Allerdings rutschte Kalivoda bei der ersten Einfahrt in das Olympiastadion
auf einer glitschigen Fahrbahnmarkierung aus und stürtze äußerst schmerzhaft auf das Steißbein. An dieser Stelle wurde
aber sofort vom Veranstalter reagiert und diese Rechtskurve mit Gummimatten entschärft.
Nach kurzem Körpercheck und Überprüfung des Bikes auf Sturzschäden konnte der Garmisch-Partenkirchener wieder die
Verfolgung auf die Führenden aufnehmen und sich schnell an der zweiten Stelle hinter Widhalm wiederfinden. Da die Strecke
verkürzt war, ging es mit den insgesamt 2600 Startern an manchen Stellen sehr eng zu und gerade als Kalivoda die Lücke
zum Führenden schließen wollte, stürzte der Österreicher bei einem heiklen Überholmanöver und musste das Rennen vorzeitig
beenden.
Bis zur Lichtmontage gegen 21:30 Uhr konnte Kalivoda mit schnellen aber konstanten Rundenzeiten die komplette Einzelstarter-
konkurrenz überrunden und mit einem beruhigenden Vorsprung in die kühle Nachtphase des Rennens gehen. So langsam machten
sich dann beim Führenden die Sturzfolgen aufgrund des nachlassenden Adrenalinspiegels bemerkbar und die Schmerzen im Becken-
und Nierenbereich nahmen stetig zu. Nichtdestotrotz wurde der Vorsprung bis 01:00 morgens auf komfortable drei Runden ausgebaut,
was in etwa 80 Minuten entspricht.
Mit diesem komfortablen Zeitpolster im Rücken wurde nun die Taktik geändert und man heftete sich an das Hinterrad des Zweit-
platzierten Michael Kochendörfer (Team Votec) um die restlichen Stunden möglichst kraftsparend zu absolvieren. In den frühen Morgen-
stunden wurden die Schmerzen immer heftiger und ein normales sitzen am Sattel fast unmöglich. Daher entschloß sich Kalivoda nach
Rücksprache mit seinem Betreuerstab, das Rennen trotz bester Siegchancen aber im Hinblick auf gesundheitliche Risiken nach 18
Stunden zu beenden. Den Sieg holte sich in einen ralativ knappen Finish Michael Kochendörfer - Gratulation!!!!!
"Natürlich überwiegt jetzt erst einmal die Enttäuschung aber bei einem Rennen solcher Distanz geht man in einen körperlichen
Grenzbereich, bei dem sich schnell langfristige Ausfälle oder gar das sportlichen Ende einstellen kann. Nach einem Check im
Klinikum Garmisch-Partenkirchen werde ich dann über den weiteren Saisonverlauf entscheiden. Das Rennen in München hat mir
aufgezeigt, dass meine Form sowie Material im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im August passen. Auch durch die Anpassung der
Rennverpflegung und die perfekte Betreuung durch die Personal-Trainer vom Lifstyle-Fitnesscenter sowie die Crew vom bikebaron
aus Garmisch-Partenkirchen fühlte ich bestens versorgt und betreut - dafür ein herzliches Dankeschön"